Neues Licht durch alte Balken
Roto Wohndachfenster im historischen Dachstuhl

Der Hilfssparren wird eingemessen und montiert.

In die Balkenschuhe wird die Aufsetzlatte montiert.

Nun können die Rahmen der Wohndachfenster eingesetzt werden.

Sind diese gegen Abrutschen gesichert, können die Fensterflügel wieder eingebaut werden

Die Federflügelarme werden eingeklipst und durch Schließen der Federhalteklappe gesichert.

Die Tragkonstruktion mit Hilfssparren und Hilfslattung „schwebt“ quasi über der alten Sparrenlage.

Der enge Zusammenbau der vier Fensterelemente ermöglicht eine optisch schlanke Lösung.

Die Fensterrahmen werden umlaufend mit den Befestigungswinkeln auf der Tragkonstruktion fixiert

Nachdem die Anschlussschürze freigelegt wurde, kann der Dämmblock in die vorgesehene Nut eingepasst werden

Die regensichere und winddichte Verklebung der Unterdeckbahn erfolgt am Fensterrahmen mit einem abgestimmten Klebeband

Der Eindeckrahmen aus Kupfer wird mit einer Federklammer am Fensterrahmen befestigt

Nachdem der Eindeckrahmen aufliegt, kann die Gummidichtung zurückgekrempelt werden

Die optimale Anpassung an die unterschiedlichen Sparrenabstände ist durch die Maßfertigung der Wohndachfenster erst möglich geworden – und wird so zur Basis für die angestrebte Umnutzung des Dachraumes zu einer Bibliothek.

Licht nach Maß

Roto Fenstereinbau im Zehentstadl in Haag

Über 70 m lang ist der so genannte Zehentstadel, der die gesamte Nordseite des Marktplatzes der Gemeinde Haag in Oberbayern mit einem stattlichen Satteldach in barocker Zimmermannsmanier prägt. Bis 2001 wurde das Gebäude von einer Brauerei genutzt. Nach dem Ausbau der Brauereitechnik konnte die Gemeinde das Objekt erwerben und ist nun bemüht, das Gebäude zu erhalten, zu sanieren und einer Umnutzung zuzuführen.

Das Gebäude gliedert sich in drei Abschnitte unterschiedlichen Baualters und ist an die ehemalige Schlossanlage angebaut. Der jüngste Teil der Anlage ist mit einem Kehlbalkendach mit liegendem Stuhl ausgeführt, der mittlere Gebäudeteil verfügt über ein Kehlbalkendach mit zweifach liegendem Stuhl. Der östliche Teil mit einer ursprünglichen Konstruktion eines Kehlbalkendaches mit zweifach liegendem Stuhl wurde für den Einbau eines Saales mit Nutzung als Turnhalle massiv verändert. Als Teil des Ensembles Haag ist der Zehentstadel als Einzeldenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen und gilt als ein in städtebaulicher, historischer und baugeschichtlicher Hinsicht herausragendes Baudenkmal und eindrucksvoller Beleg historischer Zimmererkunst. Die Bauzeit verweist auf eine Phase der Umgestaltung zu einem kurfürstlichen Jagdschloss im 17. und 18. Jahrhundert.

In einer Bestandsanalyse durch das Ingenieurbüro Barthel und Maus, München, wurden größere Bereiche des Dachtragwerks als bestandsgefährdet beschrieben und mussten deshalb zum weiteren Erhalt saniert werden. Wesentlicher Bestandteil des Sanierungskonzeptes ist die Nutzung des eindrucksvollen Dachraumes als Bibliothek. Dabei waren sich alle Beteiligten einig, dass das Dachtragwerk in seiner Monumentalität auch weiterhin erlebbar sein sollte. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten durch die Holzwerkstätten Thomae GmbH und Co. KG aus Gleichamberg wurde das Dachtragwerk mit seinen alten Sparren aus dem 19. Jahrhundert teilweise erneuert und nach statischen Plänen ergänzt.

Licht unter dem Dach
Grundvoraussetzung für die Planung der Bibliothek war es, den Raum mit einem angenehmen Leselicht auszustatten. Dazu wurden von den Planern Fensterfelder vorgesehen. In fünf Feldern wurden je vier Fenster über- und nebeneinander zwischen den Sparren zusammengefasst. Da die Sparrenabstände der Altsparren sehr unterschiedlich sind, konnten hier nur Maßfenster eingesetzt werden. Zum Einsatz kamen deshalb Roto Wohndachfenster vom Typ Designo R8 MW (Maß-Wohndachfenster) als 4er Kassette. Durch den serienmäßig eingebauten 2teiligen Wärmedämmblock und die formschöne, tiefere Dachintegration wird ein  herausragender UW-Wert von 1,2 W/m²K erreicht. Dabei sollten nach Vorgaben der Planung die unteren Fenster von Hand zu öffnen sein. Die oberen Fenster hingegen wurden als RotoTronic mit elektrischem Antrieb ausgeführt. Vorteilhaft ist der unter dem Flügelabdeckblech verdeckt liegende Kettenmotor. Mit der Fernsteuerung können auch verschiedene Funktionen programmiert werden, die so den Bedienkomfort des Fensters weiter erhöhen. Das Designo R8 MW Fenster kann durch seine ausgeklügelte Stoß-an-Stoß Konstruktion mit einem extrem schmalen Abstand zwischen zwei Fenstern nebeneinander eingebaut werden. Das maßgefertigte  Wohndachfenster wird bis zu einer Fensterlänge von 180 cm angeboten und erlaubt durch Kombination über- und nebeneinander völlige Planungsfreiheit.

Wunsch der Planer war aus optischen Gründen ein vertiefter Einbau der Dachfenster in die Ebene der Aufdachdämmung. Auch sollte die alte Tragkonstruktion unterhalb der Fensterebene sichtbar bleiben. Ein genaues Aufmaß und die detaillierte Planung waren damit vor Produktionsbeginn unabdingbar. Die Abdeck- und Anschlussbleche wurden in Kupfer ausgeführt.

Montage
Um den weiteren Sanierungsfortschritt zu gewährleisten, wurden die Arbeiten zum Fenstereinbau unter widrigsten Witterungsbedingungen bei starkem Schneefall begonnen und ausgeführt. Zu Beginn wurde von den Monteuren ein Hilfssparren 10/10 cm in der Mitte des mittleren Sichtsparrens und mit einem Abstand von 2 cm zur Oberkante der Dachlatte mit einer Schnurlage eingemessen, ausgerichtet und anschließend montiert. Zur Aufnahme der Setzlatte setzten die Monteure die beiliegenden Balkenschuhe auf der Unterseite des Hilfssparrens. Für den vertieften Einbau in die Wärmedämmung wurde die untere Setzlatte 6/10 cm mit einem Abstand von 20 cm zur letzten Traglatte der Biberschwanzdeckung montiert. So liegt die Oberkante der Setzlatte 2 cm unterhalb der Unterkante der Traglatte und entspricht somit der halben Stärke der Konterlattung. Die Höhe der Anschlusslatte wurde aufgedoppelt und ermöglicht die Aufnahme des Anschlussbleches. Eine Dachlatte im oberen Befestigungsbereich sicherte den Rahmen gegen Abkippen. Nach der Fixierung der unteren Einbauwinkel konnten die Fensterflügel eingesetzt und befestigt werden. Diese wurden einfach durch den Rahmen gehoben, in die Federflügelarme eingeklipst und durch Schließen der  Federhalteklappe gesichert. Nun standen das Ausrichten der Fenster und die Prüfung auf Durchbiegen oder Ausbauchen auf dem Programm. Es folgte das Ausgleichen der Spaltmaße. Eine erste Funktionskontrolle zeigte die Rechtwinkligkeit des Rahmens sowie mögliche Differenzen zwischen Rahmen und Flügel auf. Diese konnten nun mit den diagonal unterlegten Stufenkeilen ausgeglichen werden. Mit den vormontierten Winkeln wurden die Rahmen umlaufend auf der Tragkonstruktion bzw. den Hilfslatten befestigt. Abschließend wurde die Feder aktiviert, und die Funktionsfähigkeit des elektrischen Antriebs mit dem mitgelieferten Montageschalter getestet.

Fazit
Mit der Integration der Fensterkombinationen in die große Dachfläche wurden stimmungsvolle Lichtakzente in den großen Dachraum des ehemaligen Zehntstadels gesetzt. Die Planung und Montage der  Wohndachfenster erfolgte in Abstimmung und mit Unterstützung durch Roto. Die optimale Anpassung an die unterschiedlichen Sparrenabstände ist durch die Maßfertigung der Wohndachfenster erst möglich geworden – und wird so zur Basis für die angestrebte Umnutzung des Dachraumes zu einer Bibliothek.

Produkte & Lösungen