Roto legt zu und moniert Brexit-Aufschub

Roto-Gruppe „per saldo zufrieden“ / 2018: Umsatz um 4,5 %

gewachsen / 2019: weiterer Aufwärtstrend erwartet / Gutes Startquartal / Kundennutzen-Strategie greift / Geopolitische Spannungen bremsen Optimismus / „Brexit-Chaos“ nicht mehr vermittelbar / EU/China-Gipfel als „Lichtblick“ / Neue Struktur stärkt Bauzulieferer / Marcus Sander übernimmt Leitung von Fenster- und Türtechnologie

Luftbildaufnahme vom Roto Stammsitz in Bad Mergentheim mit Innovationszentrum

Leinfelden-Echterdingen - (rp) „Per saldo zufrieden“ ist die Roto-Gruppe sowohl mit der Geschäftsentwicklung 2018 als auch mit dem Auftakt 2019. Wie der Bauzulieferer mit seinen weltweit rund 4.900 Mitarbeitern meldet, stieg der Gesamtumsatz im abgelaufenen Jahr um nominal 4,5 % auf 661,8 Mio. Euro (nach 633,5 Mio. Euro). Damit liege die Wachstumsrate am oberen Ende des angepeilten Zielkorridors. Nach Aussage von Vorstandschef Dr. Eckhard Keill trugen dazu beide Divisionen trotz keineswegs einfacher Marktbedingungen bei. Unter dem Strich habe die Dach- und Solartechnologie (DST) etwas besser abgeschnitten als die Fenster- und Türtechnologie (FTT).

Auch 2019 soll der Aufwärtstrend „dank eigener Leistungskraft“ anhalten und zu einem erneuten Umsatzplus zwischen 3 % und 5 % führen. Nach einem insgesamt „guten“ 1. Quartal sieht Keill den international ausgerichteten Produzenten „voll auf Kurs“. Im Vorjahresvergleich stehe bei DST ebenso wie bei FTT wieder ein Wachstum zu Buche. Das beruhe wesentlich auf der Effizienz der konsequent verfolgten Strategie, konkreten Kundennutzen zu schaffen und damit für Differenzierung und Wettbewerbsüberlegenheit zu sorgen.

Der fundierte unternehmensspezifische Optimismus stoße jedoch mit Blick auf die angespannte geopolitische Situation an seine Grenzen. Sie bleibe ein „großer Unsicherheitsfaktor“, der die für Roto relevanten Märkte rasch erheblich beeinflussen könne. Das „niemandem mehr vermittelbare Brexit-Chaos“ sei dafür aktuell das wohl markanteste Beispiel. Die gerade beschlossene nochmalige Fristverlängerung für einen geregelten EU-Austritt bis (spätestens) 31. Oktober 2019 bezeichnet Keill nicht nur als Fortschreibung der „scheinbar unendlichen Geschichte“, sondern auch als „extrem schlechte Alternative“ für das Vereinigte Königreich. Entgegen dem erklärten Willen aller Beteiligten müsse es nun wohl doch an der Europa-Wahl mitwirken. Hinzu kämen die negativen wirtschaftlichen Brexit-Folgen. Sie seien für die Industrie eine „ausgemachte Sache“ und träfen Großbritannien in den nächsten Jahren mit ganzer Wucht. Einen „Lichtblick“ stellten aber die Ergebnisse des jüngsten EU/China-Gipfels dar. Sie ließen auf eine konstruktive Lösung des Handelskonfliktes hoffen. Derart positive Signale brauche die Weltwirtschaft dringend. 

Generell hänge der künftige Erfolg des Bauzulieferers u. a. in hohem Maße von der professionellen Erfüllung der unterschiedlichen Markt- und Kundenanforderungen ab. Dafür sei schnelles, individuelles und flexibles Agieren unverzichtbar. Genau das ermöglicht laut Keill die neue, zum 1. Mai 2019 verwirklichte Gruppenstruktur, zu deren Realisierung wie gemeldet der Eintritt von Marcus Sander als Vorsitzender der FTT-Geschäftsführung gehöre. Die zwei etablierten Divisionen könnten sich im Resultat ebenso uneingeschränkt auf ihr jeweiliges Geschäft konzentrieren wie Roto Professional Service (RPS). Das neue Unternehmen biete komplette Dienstleistungen zur Nachversorgung von Fenstern und Türen an. Es werde im Jahresverlauf über erste Erfahrungen und Ergebnisse informieren.

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