DE

Die Einbauprofis in Ihrer Nähe.

Suche

Für den Einbau unserer Dachfenster empfehlen wir Ihnen unsere starken Partner im Handwerk. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl ein, um eine Liste von Roto Profipartnern in Ihrer Nähe zu erhalten.

1
 

Expertenforum „Zukunft Dach“ in Hamburg

Chancen und Perspektiven von Dachaufstockung und Dachausbau

Der Bedarf an Wohnraum in Deutschland steigt kontinuierlich. Rund 400.000 neue Wohnungen werden bundesweit jedes Jahr benötigt, doch die Zahl der tatsächlichen Fertigstellungen erreicht nicht ansatzweise die notwendige Größenordnung. In diesem Kontext kann die Verdichtung von innerstädtischen Räumen durch Dachaufstockung und Dachausbau Möglichkeiten schaffen, das Angebot an Wohnungen zu ergänzen, ohne dafür zusätzliche Flächen in Anspruch zu nehmen. Doch wie groß ist dieses Potenzial? Und welche Rahmenbedingungen und Möglichkeiten gibt es, um es zu aktivieren? Vor welchen Herausforderungen stehen Bestandshalter, die ihre Dächer ausbauen oder aufstocken wollen? Welche Antworten hat die Praxis für diese Themen?

Diese und andere Fragen standen am 14. November 2017 auf dem Programm des Expertenforums „Zukunft Dach“, das der BFW Landesverband Nord in Kooperation mit der Roto Dach- und Solartechnologie GmbH in Hamburg veranstaltet hat. Diskutiert wurde mit namhaften Referenten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Über 50 Dachhandwerker, Bauträger, Führungskräfte der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sowie Architekten trafen sich als Teilnehmer des Expertenforums im Wälderhaus in Hamburg-Wilhelmsburg mit Vertretern der Politik und Kommunalverwaltung.  Die Intention der Organisatoren war es, nicht nur Informationen aus erster Hand bereitzustellen, sondern auch einen intensiven Dialog derjenigen Parteien in Gang zu setzen, die an den Themen Dachausbau und Dachaufstockung beteiligt sind.

„Hamburg braucht dringend neue Wohnungen – mit dem Bündnis für das Wohnen Hamburg haben sich der Senat und die Wohnungswirtschaft auf 10.000 neue Einheiten pro Jahr verständigt“, berichtete Veranstalterin und Geschäftsführerin des BFW Nord, Dr. Verena Herfort. „Wir alle wissen, dass es unter anderem die knappen Baugrundstücke sind, die eine Erreichung dieses Ziels erschweren.“

Politik baut Hemmnisse ab
Bundesweit könnten nach Angaben des Pestel-Instituts mehr als 1,5 Millionen Wohnungen durch Dachaufstockung entstehen. Für Hamburg schätzt die Behörde für Stadtentwicklung das Potenzial auf rund 70.000 Wohnungen. Fakt ist jedoch auch, dass in ganz Deutschland aufgrund des hohen Planungsaufwands und der unabsehbaren Genehmigungsdauer aktuell nur ein Bruchteil der Potenziale von Dachaufstockungen und Dachausbauten genutzt wird. Um die als Kostentreiber wirkenden rechtlichen Hemmnisse von Dachaufstockung und Dachausbau zu verringern, ist politische Unterstützung gefragt. Die gute Nachricht: Vielfach wird sie bereits gewährt. So ist beispielsweise Ende März 2017 eine von Bundesbauministerin Barbara Hendricks angestoßene Novelle des Bauplanungsrechts in Kraft getreten. Diese gibt Städten und Gemeinden mehr Flexibilität bei der Planung von Innenstadtquartieren mit gemischter Nutzung. Herzstück der Reform ist die neue Gebietskategorie ‚Urbanes Gebiet‘, die verdichtetes Bauen und Dachaufstockungen erleichtert und eine hohe Durchmischung von Wohnen, Arbeit und Freizeit ermöglicht.

Hamburg erleichtert Dachaufstockung und Dachausbau
„Die Hansestadt Hamburg fährt eine Doppelstrategie, um zusätzliche, neue Flächen zu aktivieren“, erläuterte BFW-Geschäftsführerin Herfort. „Diese werden unter den Überschriften ‚Mehr Stadt in der Stadt‘ und ‚Mehr Stadt an neuen Orten‘ zusammengefasst. Mehr ‚Stadt in der Stadt‘ bedeutet, dass wir verdichten, dass wir enger, urbaner und höher bauen. Vor diesem Hintergrund hat der Senat im vergangenen Juni den Vorschlägen für eine umfassende Änderung der Hamburgischen Bauordnung (HBauO) zugestimmt. Mit der neuen Hamburgischen Bauordnung werden Anreize für Bauherrn geschaffen, im Bestand zu verdichten – etwa durch den Ausbau von Dachgeschossen oder durch Aufstockungen. Gerade hier liegt ein großes Potenzial zur Erreichung des Wohnungsbauzieles des Bündnis für das Wohnen Hamburg.“

Referent Gerrit Rampendahl von Kantstein Architekten unterstrich diese Einschätzung: „130.000 neue Wohnungen werden in Hamburg bis 2030 benötigt, die Hälfte davon in der Innenentwicklung. Da neue Bauplätze nur in einem sehr eingeschränkten Maß zur Verfügung stehen, sehe ich in der Aufstockung – auch in der zweistöckigen – die entsprechenden Perspektiven, besonders in Siedlungsgebieten mit geringer Auslastung.“  

„Die Wohnungsnot in den deutschen Großstädten kann unter anderem durch die Nachverdichtung mit Aufstockungen gelindert werden“, verdeutlichte Ralf Stamer, Geschäftsführer der Zimmerei Stamer aus Lübeck. „Für Aufstockungen im Bestand ist Holz der ideale Baustoff. Durch den Einsatz von Holz können Bauteile vorgefertigt werden, dies beschleunigt den Bauprozess und senkt in vielen Fällen die Baukosten, insbesondere im Geschosswohnungsbau. Auch Bauvorhaben im Bestand, wie zum Beispiel nachträgliche Dachaufstockungen, können von der Zulassung der Holzbauweise profitieren: Im Hinblick auf die statischen Nachweise der vorhandenen Bauteile bietet die Holzbauweise gegenüber schwereren Konstruktionssystemen Vorteile. Daher begrüßen wir es sehr, dass durch die Änderung der Hamburgischen Bauordnung im Juni 2017 die Voraussetzungen für ein innovatives und vielfältiges Bauen mit Holz und damit auch für Dachaufstockungen aus Holz geschaffen wurden.“

Kooperation ist gefragt
In einem Punkt waren sich die Anwesenden einig: Dachaufstockung und Dachausbau bieten interessante Perspektiven. Positiv zu bewerten ist, dass die entsprechenden Hemmnisse von der Politik schrittweise verringert werden. In Zukunft sind günstige Bedingungen für die Kooperation von Kommunen, Wohnungswirtschaft und Dachhandwerk in Sachen Dachaufstockung und Dachausbau zu erwarten.  Nun gilt es, die vorhandenen Potenziale auszuschöpfen und die Themen Dachaufstockung und Dachaufbau durch den intensiven Austausch und verstärkte Zusammenarbeit voranzutreiben.

Roland Keich, Abteilungsleiter Immobilienfinanzierung bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB), betonte: „Wir sehen im Dachausbau ein großes Potenzial. Gerade über geförderte Projekte kann in diesem Bereich preiswerter Wohnraum geschaffen werden. Oftmals macht es Sinn, den Dachausbau mit einer ohnehin anstehenden Modernisierung zu kombinieren, eine Möglichkeit, die an vielen Stellen schon genutzt wird. Entsprechende Förderprogramme werden von der IFB bereitgestellt.“